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Gunther Plüschow PDF Print E-mail
Monday, 04 September 2006
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Kurzbiographie

1886 kommt Gunther Plüschow als zweiter von drei Brüdern in München zur Welt. Die Familie geht nach Rom, wo er den Großteil seiner Kindheit verbringt. Er wird in einer Jesuitenschule erzogen und lernt mehrere Sprachen fließend.

1894 zieht die Familie zurück nach Deutschland.

1901 tritt er in die Kadettenanstalt der Marine in Berlin-Lichtenfelde ein wo er

1905 seinen Abschluß macht.

Nach der Beförderung zum Leutnant zur See verbringt er sein erstes Dienstjahr auf dem Torpedoboot S-87, bis er eine Abkommandierung zum Ostasiengeschwader erhält. 1906 reist er über Asien zu dem Stützpunkt nach Tsingtau, um dort seinen Dienst auf S.M.S Fürst Bismarck zu versehen. Am Ende seiner Dienstzeit kehrt er nach Deutschland zurück.

1911 übernimmt er die Stelle des Kommandanten auf seinem früheren Torpedoboot S-87 und lässt sich von der Marine zum Schwimmtaucher ausbilden.

1912 wird er Gruppenoffizier der Marine- Offiziersschule-Mürwick in Flensburg. Im gleichen Jahr beginnt Plüschow seine Fliegerausbildung bei den Rumpler Werken in Berlin-Johannisthal.

1913 wird er erneut nach Tsingtau abkommandiert, diesmal als Aufklärungsflieger der Marine. Das einzige funktionsfähige Flugzeug des Stützpunktes ist eine Rumpler Taube. Kurz vor der Erstürmung der Festung Tsingtau  im November 1914 gelingt Plüschow mit seiner Taube die Flucht aus der belagerten Stadt. Im Gepäck hat er geheime Unterlagen und Dokumente des deutschen Gouverneurs von Tsingtau. Er landet sein Flugzeug im chinesischen Hinterland bei Kiautschou. Mit Hilfe von deutschen Agenten begibt sich Plüschow unter falschen Namen auf die Reise nach Deutschland. Über Shanghai gelangt er nach San Francisco und von dort weiter nach New York. Auf der Schiffspassage nach Italien wird das Schiff bei Gibraltar von den britischen Behörden kontrolliert; dabei fliegt Plüschows Tarnung auf.

Nach der Gefangennahme in Gibraltar gelangt er in das Kriegsgefangenenlager Dorchester. Als Offizier wird er dann nach Donnington Hall, einem Gefangenenlager für die Offiziersdienstgrade verlegt. Als einzigem deutschem Offizier des ersten Weltkriegs gelingt Plüschow eine erfolgreiche Flucht aus einem britischen Gefangenenlager. Verkleidet als Tagelöhner gelangt er nach London, wo er sich über einen Monat in den Docklands aufhält. Als „blinder Passagier“  besteigt er einen niederländischen Dampfer und erreicht so Vlissingen, von wo er weiter nach Deutschland reist. Bis zum Ende des Krieges ist Plüschow als Ausbilder der Seefliegerstaffeln der Marine an der Ostsee tätig.

Noch während des Krieges verfasste Plüschow sein Buch „Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau“, das sich zum Bestseller entwickelt und Ihm einen gewissen Bekanntheitsgrad einbringt.

1919 scheidet Plüschow aus der Marine aus und versucht im zivilen Leben Fuß zu fassen. Der Versailler Vertrag, die Unruhen der Weimarer Republik und die Weltwirtschaftskrise beenden immer wieder seine Bemühungen. So verdient Plüschow abwechselnd als Postflieger, Filmvorführer, Autohändler und Motorradfahrer seinen Lebensunterhalt. Schließlich erwirbt er das Patent „Kapitän auf Großer Fahrt“ für die Handelsmarine. Bei Gästefahrten im Mittelmeer macht er Bekanntschaft mit dem Reeder Laeisz, der ihm die Möglichkeit eröffnet, auf einem seiner Großsegler als Verwalter mitzufahren.

Plüschow schließt einen Vertrag mit dem Verlagshaus Ullstein über die Erstellung eines bebilderten Reisebuches ab und schifft sich auf der Viermastbark Parma ein. Das Schiff fährt, mit Zwischenstopp in Rio de Janeiro, um Kap Hoorn und läuft anschließend mehrere chilenische Häfen an. In Valdivia verlässt Plüschow das Schiff und reist zu Fuß, per Esel und per Anhalter durch die letzten Urwälder Patagoniens und das chilenische Hochland. Erst in Ecuador endet seine Reise durch Südamerika, eingeschifft als Passagier auf den Dampfer Planet reist er der Heimat entgegen.

Nach seiner Rückkehr in Deutschland veröffentlicht er sein zweites Buch mit dem Titel „Segelfahrt ins Wunderland“. Der Erfolg des Buches und die damit verbundenen Bekanntheit eröffnen ihm die Möglichkeit seine Pläne für eine eigene Expedition mit Schiff und Flugzeug nach Feuerland in Angriff zu nehmen.

Plüschow gibt bei der für ihre Hochseetauglichen Fischkutter bekannten Werft Krämer, Vagt und Beckman sein Expeditionsschiff Feuerland in Auftrag. Nach Fertigstellung und Ausrüstung startet Gunther Plüschow im November des Jahres 1927 mit einer 5-köpfigen Besatzung Richtung Feuerland. Die Reiseroute führt ihn durch den Ärmel-Kanal nach Lisabon und weiter über die Kanaren und Kap Verdischen Inseln zunächst nach Salvador in Brasilien. Auf  der weiteren Reise entlang der Ostküste Süd-Amerikas besucht Plüschow mit seinem Kameramann Kurt Neubert immer wieder Kolonien und Gründungen deutscher Landsleute.

Während dieser Zeit transportiert die Planet sein Flugzeug, eine Heinkel He 24W nach Punta Arenas. Sie trägt die Registrierung D-1313 (nach Plüschows Glückszahl, der 13) und dem Namen „Tsingtau“.In den Hafenanlagen von Punta Arenas baut Plüschow sein Wasserflugzeug zusammen und bereitet sich auf den Hauptteil seiner Expedition vor: Die Erkundung, fotografische Erfassung und Vermessung Feuerlands aus der Luft. Ende 1928 startet Plüschow, gemeinsam mit seinem Co-Piloten, Bordmechaniker und Kameramann Ernst Dreblow zu den ersten Feuerland- und Kordillierenflügen der Geschichte.

Die hohen Kosten für Flugbenzin zwingen Gunther Plüschow sein Basisschiff, das er liebevoll „Holzpantine des Ozeans“ nennt, zu verkaufen. Das Schiff geht an den englischen Viehzüchter Hamilton, der Besitzungen in Chile, Argentinien und auf den Falkland Inseln hat.

Nach abschließenden Flügen in Patagonien lagert Plüschow sein Flugzeug in Punta Arenas ein und kehrt nach Deutschland zurück. Zu Hause in Berlin beendet er sein drittes Buch „Silberkondor über Feuerland“, das wie seine Bücher zuvor, ein großer Erfolg wird. Der zeitgleich in den Kinos erschienene, gleichnamige Stummfilm wird vom Publikum begeistert gefeiert.

1930 kehrt Plüschow mit Ernst Dreblow noch einmal nach Patagonien zurück. Sie reaktivieren die zurückgelassene „Tsingtau D-1313“ und führen Ihre Kordillierenflüge mit Kamera fort. Am 28. Februar 1931 starten sie zu einem der letzten Flüge dieser zweiten Südamerika-Expedition. Beim Landeanflug auf den Largo Argentino stürzt das Flugzeug ab, Gunther Plüschow und sein Fliegerkamerad Ernst Dreblow finden den Fliegertod.

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Last Updated ( Monday, 03 September 2007 )