Zur Navigation | Zum Inhalt
Vorbereitung und Überführung PDF Print E-mail
Monday, 04 September 2006
There is no translation available, please select a different language.
Während seines Einsatzes als Navigations-Offizier auf einem kleinen Expeditionskreuzfahrtschiff entdeckte der Kapitän auf großer Fahrt Bernd Buchner im Jahre 2001 das ehemalige Expeditionsschiff FEUERLAND auf den Falkland Inseln. Er hatte sich vor der Reise bereits eingehend mit der Thematik Plüschow befasst und wusste aus einem Artikel der Zeitschrift des Deutschen Schifffahrtsmuseums, dass das ehemalige Expeditionsschiff von Plüschow unter dem Namen PENELOPE noch existiert.

In Anbetracht des historischen Wertes für die deutsche Schifffahrtsgeschichte bewarb sich Bernd Buchner darum, das Schiff von seinem britischen Eigner erwerben zu dürfen. Dieser willigte nur unter der Bedingung ein, dass ihm ein brauchbares Ersatzschiff gestellt würde. Gemeinsam machten sich der „Noch-Eigner“ Michael Clarke und Bernd Buchner an den deutschen Küsten auf die Suche nach einem stählernen Kutter, ähnlicher Größe Nach dem Kauf eines passenden Objektes wurde dieser Kutter in einem Monat renoviert, mit entsprechender Ausrüstung versehen und seeklar gemacht. Danach wurde er mit eigener Kraft von Emden nach Port Stanley auf den Falkland Inseln überführt.

Nach dem Kauf der PENELOPE  untersuchte „Master Mariner“ Buchner die mittlerweile wieder in FEUERLAND umbenannte Ketsch auf „Herz und Nieren“. Nach dem Aufslippen war schnell klar, dass die gesamte Eichenbeplankung des Unterwasserschiffes in einem erstaunlich guten Zustand war. Nur wenige Plankenstöße mussten nachkalfatert werden.

Nach weiteren Arbeiten am Schiff beschloss Kapitän Buchner das Schiff mit eigener Kraft in seine Geburtsstätte Büsum heimzuholen. Auf eine Einladung zur Überführung: "Men wanted for Hazardous Journey" hin fanden sich 5 Freiwillige, welche Kapitän Buchner an Bord nahm und den Reiseantritt im April 2006 wagte. Mit an Bord und in die Besatzung integriert war ein zweiköpfiges Kamerateam, das die Reise dokumentieren sollte. Ungeachtet des schlechten Wetters hielt der Eichenholzrumpf bei Windstärken bis zu 7 Beauford den südatlantischen Seen stand.  Das nur aus Oregon Pitchpine gezimmerte und mittlerweile Altersmarode Deck wurde mit einem Spezialüberzug versehen, um es später völlig zu erneuern. Den über Deck gehenden Seen und den Regenfällen hielt diese Abdeckung jedoch nicht stand, so dass das Deck in einem unvertretbaren Maße zu lecken begann.

Kapitän Buchner drehte von dem bereits auf Rio de Janeiro abgesetzten Kurs ab und lief Buenos Aires als Schutzhafen an. 

Um das Schiff und die Besatzung keiner weiteren Gefahr auszusetzen wurde beschlossen, das Schiff auf einem Containerschiff der Reederei Hamburg Süd nach Deutschland zu verschiffen. Ende Juni 2006 wurde die FEUERLAND im Südhafen von Buenos Aires an Bord des 5552 TEU-Containerschiffes  Monte Cervantes genommen und unter dem umsichtigen Kommando von Kapitän Birger Möller nach Hamburg gebracht.

Nach einem Zwischenstop im Museumshafen Oevelgoenne in Hamburg sollte die Fahrt über Cuyhaven nach Büsum gehen. Ein defekter Anlasser sorgte jedoch dafür, dass die Fahrt nicht aus eigener Kraft, sondern nur im Schlepp erfolgen konnte. Am 11. August wurde die FEUERLAND in Cuxhaven vom Schlepper ODIN an den Haken genommen und nach Büsum geschleppt. Kurz vor dem Hafen Büsum erfolgte die Übergabe an den Seenotrettungskreuzer Hans Hackmack, welcher die FEUERLAND schliesslich in den Hafen von Büsum schleppte. Am 12. August 2006 nahm die FEUERLAND, im Schlepp der SEETEUFEL I, an der Parade der Traditionssegler teil und machte unter den Klängen der Büsumer Kur-Kapelle an der Pier des Museumshafen fest. 

In diesem Zusammenhang fand am 11. August  ein Vortrag zur Geschichte und Heimkehr der FEUERLAND im Kur- und Tourismuszentrum in Büsum statt. Den Vortrag wurde von Günther Jüllich gehalten, der auch Gäste aus der Geschichte der FEUERLAND, u.a. den Sohn Gunther Plüschow, Guntolf Plüschow,  begrüßte.

Die weitere Planung sieht vor, eine Anerkennung als Landeskulturdenkmal zu erwirken und mit der Hilfe des „Förderkreises zur Erhaltung der FEUERLAND“ das Schiff in den Orginalzustand von 1927 zurückzubauen und zu restaurieren.

Nach Beendigung dieser Arbeiten soll das Schiff im Rahmen des Museumshafen Büsum als Attraktion zu besichtigen sein. Darüber hinaus soll es jedoch fahrklar gehalten werden und an besonderen maritimen Ereignissen wie Kieler Woche, Rumregatta, Hanse Sail Rostock, Hamburger Hafengeburtstag, Sail Bremerhaven, teilnehmen.

Die Daten der Überfahrt    Pressestimmen 

Last Updated ( Monday, 26 February 2007 )